Parkettboden in der Küche

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Parkettboden in der Küche: No-Go oder gute Idee?


Heutzutage geht der Trend immer mehr zu Küchen, die sich zum Wohnzimmer hin öffnen und einen fließenden Übergang zwischen Arbeits- und Essbereich schaffen. Auch optisch muss der Arbeitsbereich nicht immer vom Ess- und Wohnbereich getrennt sein: schön wäre es doch, auch den wohnlichen Parkettboden in Küche, Wohn- und Esszimmer durchgängig zu verlegen. Doch viele Nutzer sind sich unsicher: ist ein Parkettboden nicht viel zu anfällig für die Belastungen in einer Küche?


In einer offenen Küche kann man sich beim Kochen weiter unterhalten, Kinder können im Esszimmer spielen und bleiben trotzdem gut im Blick; gleichzeitig ist alles unterlegt von einem warmen und angenehmen Bodenbelag: dem Parkett. Doch die Küche ist, wie das Bad, im Grunde ein Feuchtraum. Dies begründet bereits viele Zweifel, die Nutzer in Bezug auf das durchgängige Verlegen von Parkett in diesen Räumen haben. Doch wie lässt sich ein Parkettboden auch für die Belastungen in der Küche fit machen?


Welche Art von Parkett eignet sich überhaupt für die Küche?


Was die Parkettart angeht, so sollte in Küchen möglichst auf Massiv- oder Mehrschichtparkett zurückgegriffen werden. Dies kann bei Bedarf abgeschliffen werden, sollten sich nach einigen Jahren doch zu viele Gebrauchsspuren darauf zeigen. Denn allgemein sind diese Parkettarten besonders langlebig.

Es empfiehlt sich, die Art des Holzes, abgesehen von der optischen Wirkung, möglichst auch nach Härtegrad auszuwählen. Dabei eignen sich Holzarten wie Eiche, Rotbuche, Esche, Robinie oder Kirsche sehr gut. Diese Hölzer haben einen hohen Dichtegrad und trotzen stärkeren Beanspruchungen so am besten. Ebenso verhält es sich mit exotischen Hölzern wie Bambus, Mahagoni, Azobé, Makassa, Merbau oder Teak.

Darüber hinaus sollte das ausgewählte Holz nicht zu einheitlich aussehen. Denn auf einer solchen Oberfläche fallen kleinere Unregelmäßigkeiten sofort auf. Buche oder Ahorn eignen sich daher schon einmal weniger gut. Das gewählte Holz sollte eine etwas lebhaftere Struktur mit bspw. sichtbaren Astlöchern haben. So fallen kleinere Unregelmäßigkeiten weniger bis gar nicht auf. Wie einheitlich oder lebendig ein Parkettboden aussehen soll, ist aber letztlich Geschmackssache.


Behandlungsarten von Parkettboden in der Küche

Generell wird für Küchen geöltes Holz empfohlen. Geölte und lackierte Parkettböden besitzen in Bezug auf die Küche jeweils unterschiedliche Eigenschaften, die eine andere Pflege usw. erfordern:


Der Umgang mit geöltem Parkett in der Küche:

  • Ist das Parkett gut geölt und fest verklebt, so schützt das Parkettöl vor Feuchtigkeit und Nässe. Achtung: Feuchte Flecken müssen dennoch schnell aufgewischt werden!
  • Werden kleine Tropfen einmal nicht aufgewischt, zieht das Wasser ein, verdampft aber später auch ohne bleibende Schäden wieder aus dem Holz.
  • Bei geöltem Parkett in der Küche ist eine regelmäßige Pflege vonnöten. Sie wird dem Wischwasser zugesetzt.
  • Kratzer lassen sich mit Holzreparatursets entfernen.
  • Schleifen kann der Erneuerung dienen: dabei empfiehlt sich Anbringen einer Schwelle am Übergang zum restlichen Holzboden z.B. im Wohnbereich.

Der Umgang mit lackiertem Parkett in der Küche

  • Lackiertes Parkett braucht weniger Pflege als geöltes.
  • Der Lack schützt die Kanten des Parketts, aber weniger gut: Daher entstehen durch Nässe schneller Schäden, die einen Schliff notwendig machen können.
  • Lackiertes Parkett trotzt mechanischen Einwirkungen wie Kratzern und Dellen besser als geöltes Parkett.
  • Nimmt die Lackierung aber erst einmal Schaden, so ist das darunterliegende Holz sofort ungeschützt. Bei Öl ist dies nicht der Fall, denn es dringt tief in die Holzstruktur ein und wirkt weiterhin schützend. Hier ist also Vorsicht geboten!


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Wie empfindlich ist Parkett in der Küche für Gebrauchsspuren?


Ist das Parkett hart genug, so entstehen in der Regel nur wenige Dellen und Kratzer. Auch bei weicheren Hölzern schützt eine Versiegelung gut vor den Einwirkungen fallender Gegenstände, da sie sich wie eine zweite Schicht über den Boden legt.

Größere, stehende und nasse Flecken halten weder geöltes, noch versiegeltes Parkett lange aus. Daher sollten sie sofort aufgewischt werden. Dies gilt aber auch für viele andere Bodenarten.

Tomaten-, Wein- und andere farbige Flecken sollten ebenfalls schnell aufgewischt werden. Fettspritzer sind schwerer zu entfernen. Eine Möglichkeit ist es, um den Herd herum einen Bodenschutz auszulegen. Meist reichen aber auch das zügige Aufwischen mit einem feuchten Tuch und das schnelle Trockenwischen. So sollte auch jegliche andere Art Fleck zeitnah entfernt werden, damit die entsprechenden Fett- oder Farbpigmente nicht in den Boden einziehen. Dies ist vor allem bei geöltem Boden sinnvoll. In Bezug auf diese pigmentierten Verunreinigungen gelten diese Maßgaben letztlich auch für jeden anderen Boden.


Wie reinigt und pflegt man ein Küchenparkett am besten?

Parkett wird geölt

Ob geölt oder lackiert: Küchenparkettboden sollte regelmäßig gesaugt und ca. einmal pro Woche, bzw. nach Bedarf, nebelfeucht gewischt werden. Dabei kann etwas Parkettpflegemittel zugesetzt werden. Dies ist vor allem bei geöltem Boden wichtig. Für die Reinigung von hartnäckigen Flecken eignen sich unter Umständen Essigessenz oder Salmiakgeist. Absolute No-Gos sind Scheuermittel und herkömmliche Haushaltsreiniger. Sie beschädigen den Holzboden mehr, als dass sie nutzen. Auch von einem Abkratzen von festsitzendem Dreck mit Spachteln oder Messern sollte man dringend absehen.


Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Parkett in der Küche


Parkett ist einer der dauerhaftesten und widerstandsfähigsten Bodenbeläge. Das lässt sich schon an seiner Lebensdauer ablesen, die mehrere Jahrzehnte bzw. bis zu 100 Jahre beträgt. Wird er im Hinblick auf seine Versiegelung richtig behandelt, so entsteht ein haltbarer und robuster Boden. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass sich vor allem ein optisch lebhafterer Parkettboden in Kombination mit einer Ölversiegelung empfiehlt.


Vorteile von Parkett in der Küche

  • Die Küche bekommt einen sehr wohnlichen und warmen Charakter.
  • Bei offener Innenarchitektur schafft durchgängiges Parkett eine angenehme Atmosphäre.
  • Unsicherheiten in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit können durch gute Behandlung und passende Auswahl des Holzes ausgeräumt werden.
  • Parkett ist einer der am längsten haltbaren Bodenbeläge.

Nachteile von Parkett in der Küche

  • Bei Auswahl eines ungeeigneten Holzes oder einer ungeeigneten Behandlung sehen Parkettböden in der Küche schnell fleckig oder gebraucht aus.
  • Parketts mit einheitlicher Optik sind für die Küche weniger gut geeignet, daher sind Nutzer bei der Auswahl des Holzes etwas eingeschränkt.

Fazit zum Thema Küchenparkett

Letztlich ist die Entscheidung für oder gegen Parkettboden in der Küche reine Geschmackssache. Zunächst kommt es darauf an, wie gut Nutzer damit zurechtkommen, dass ein hochwertiger Holzboden etwas größeren Belastungen ausgesetzt ist und ggf. nicht ewig edel glänzt wie Ballsaal-Parkett.

Können Nutzer mit dieser Vorstellung umgehen, so kommt es nur noch auf die Auswahl des richtigen Parketts und die richtige Behandlung an, damit auch der Küchenboden dauerhaft haltbar ist. Natürlich geht im Alltag auch mal etwas daneben, aber mit einer Kombination aus der richtigen Parkettart und der richtigen Parkettbehandlung sollte der Boden solchen Missgeschicken trotzen und über Jahre hinweg seine wohnlich-warme Ausstrahlung verbreiten. Auch jeder andere Boden zeigt nach einer Weile Gebrauchsspuren: Dass Parkett in der Küche ein No-Go ist, lässt sich also nicht bestätigen. Unter den richtigen Bedingungen kann es eine sehr gute Idee sein.


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