Parkett ölen oder lackieren

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Parkett ölen oder lackieren: Was ist besser?

Wenn es darum geht, einen Parkettboden verlegen zu lassen, ist nicht nur die Wahl des richtigen Holzes oder die optimale Verlegeart wichtig, sondern auch die anschließende Oberflächenveredelung. Sie ist es schließlich, die den Boden vor Schmutz und Feuchtigkeit schützt und ihm die ästhetisch individuelle Note verleiht.

Dabei kann man einen Parkettboden entweder mit einem Parkettlack versiegeln oder aber mit einem Öl bzw. Wachs imprägnieren. Was nun aber „besser“ ist, lässt sich pauschal nicht sagen – und das macht die Entscheidung manchmal schwer.



Parkettpflege

Die Pflege bzw. der Pflegeaufwand ist bei beiden Veredelungen ähnlich. Generell saugt oder kehrt man einen geölten / gewachsten wie auch einen versiegelten Boden regelmäßig und befreit ihn so von grobem Schmutz. Ab und an wird dann aber auch einmal mehr Pflege nötig.

So sollte bei normal beanspruchten Böden alle 4–7 Tage eine Unterhaltsreinigung, 2-mal im Jahr eine Unterhaltspflege und alle 2 Jahre eine Grundreinigung stattfinden. Dafür nutzt man am besten(bei geölten Böden: Holzseife) bzw. Pflegemittel. Dabei erweist sich ein geölter Boden allerdings als etwas „komplizierter“: Denn der Abschluss einer jeden Unterhaltspflege wie auch Grundreinigung bildet das Nachölen mit einem hochwertigen Pflegeöl.

Das ist an sich etwas aufwändiger und der Besitzer eines solchen Bodens muss zudem eine Trockungszeit von 6 Stunden in Kauf nehmen, in der man ihn nicht betreten darf. Das ist bei einer Versiegelung nicht der Fall: Das spezielle Pflegemittel für lackierte Böden ist nach maximal einer Stunde trocken und der Boden damit wieder normal nutzbar.

Parkettpflegemittel

Die Pflege eines geölten Parkettbodens ist ein bisschen aufweniger, als bei einem lackierten – Bild: © lichtkunst.73 / PIXELIO


Kratzer

Generell muss man wissen, dass ein lackierter Boden versiegelt, ein geölter hingegen (nur) imprägniert ist. Das heißt, ein Boden mit einer Lackierung hat eine extra Schutzschicht, die das Holz gut vor Feuchtigkeit, Schmutz und eben auch Kratzern bewahrt. Ein imprägnierter Boden dagegen kann diese Schutzschicht nicht vorweisen. Damit ist die Oberfläche mechanischen Belastungen direkt ausgesetzt.

Doch dafür ist das Ausbessern unkompliziert: Ein bisschen Schleifpapier und ein Naturöl (z. B. Olivenöl) reichen meist aus, um (oberflächliche) Kratzer zu beheben. Darüber hinaus muss ein geölter Boden bei etwas größeren Schäden oft auch nicht komplett abgeschliffen und neu versiegelt werden, wie es bei lackiertem Holz der Fall ist – hier hilft häufig ebenfalls Nachölen.
Bei regelmäßiger und gewissenhafter Pflege ist die Lebensdauer und Schönheit eines geölten oder gewachsten Bodens so im Prinzip unbegrenzt.


Optik

Parkett-Glanz

Für optische Vorlieben bieten Öle bzw. Lacke unterschiedliche Möglichkeiten, ob nun in Sachen Glanz oder Farbe

In puncto Optik erweisen sich Parkettlacke und -öle und -öle unterschiedlich flexibel. Bei ersterem gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten in Form der Glanzgrade matt, halbmatt oder glänzend.Durch das Ölen lässt sich hingegen nicht der Glanzgrad abstimmen, aber man kann dafür das Holz einfärben.

Hierfür gibt es spezielle Farböle, mit denen der Fachmann das Holz in sämtliche Nuancen umstreichen kann. Und diese Öle imprägnieren (wie „normale“ Parkettöle) zugleich den Boden und schützen ihn so vor Feuchtigkeit und Schmutz und Beschädigungen.


Raumklima + Haptik

Was das Raumklima und die Haptik angeht, stellt sich ein geölter / gewachster Boden eher als vorteilhaft gegenüber einem versiegeltem Parkett dar. Durch das Ölen entsteht nämlich keine neue Schicht über dem Boden, sondern das Öl dringt tief in die Poren ein und arbeitet sozusagen mit ihm – das Holz kann so weiter „atmen“ und das macht sich auf der Holzoberfläche wie auch im ganzen Raum bemerkbar. Lackierte Böden dagegen bilden eine extra Schutzschicht auf dem Parkett. Trotz dessen spürt man natürlich auch hier immer noch die Natürlichkeit des Holzes, welche ebenso eine angenehme Atmosphäre schafft.


PRODUKTEMPFEHLUNGEN

Umwelt

Ob man das Parkett lackieren oder lieben ölen soll, machen einige auch vom Umweltaspekt abhängig. Doch welche der beiden Methoden nun umweltfreundlicher ist, kommt dabei ganz auf die Zusammensetzung des Produktes an. Ein Öl (bzw. Wachs) mit einem GISCODE Ö10 ist so z. B. was diesen Aspekt betrifft unschlagbar: Es besteht (meist) aus reinen Naturrohstoffen und ist dabei komplett lösemittelfrei – und damit für Mensch, Tier und Umwelt absolut unbedenklich.

Bei anderen Ölen mit höheren GISCODE-Werten sind hingegen Lösemitteln enthalten, was man an einer stärkeren Geruchsbelastung spüren kann. Im Gegensatz dazu sind die modernen Parkettlacke aufgrund der rasanten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre sehr umwelt- und gesundheitsschonend geworden.Die heutigen Versiegelungen sind fast alle wasserbasiert; sie haben also keinen bis einen sehr geringen Anteil an Lösemitteln (max. 15 %). Und das eben macht sie ebenfalls sehr verbraucher- und umweltfreundlich.


Fazit:

Jede Veredelungsart von Parkett hat ihre Vor- und Nachteile: Demnach ist ein lackierter Holzboden pflegeleichter und kratzbeständiger als geöltes /gewachstes Holz. Ein „Ölboden“ schafft dafür aber eher eine bessere Raumatmosphäre und ist von der Haptik (und möglicherweise von den Inhaltsstoffen) her natürlicher. Letztendlich kommt es darauf an, was euch besonders wichtig ist und was ihr von eurem neuen Holzfußboden erwartet. Und dann fällt die Entscheidung vielleicht gar nicht mehr so schwer, ob man das Parkett ölen oder lackieren soll.


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