Designbelag

[Alexandre Zveiger] © 123RF.com

Designbelag verkleben: Optik und Pragmatismus


Designbeläge stehen klassischen Böden aus Parkett oder Linoleum in nichts nach. Die Beläge zeichnen sich besonders durch ihre Haltbarkeit aus und lassen sich einfach verlegen. Eine Möglichkeit,Designbelag zu verlegen ist das vollflächige Verkleben. Doch welche Vorteile hat das Verkleben und wie sollte es schrittweise vorgenommen werden?


Was ist Designbelag?


Designbeläge verzeichnen in den letzten Jahren große Zuwachsraten für sich. Sie sind typisch für öffentliche Gebäude und Geschäfte. In den letzten Jahren setzten sich die robusten Beläge allerdings auch zunehmend im Privatbereich durch. Das liegt vor allem an deren attraktivem Design: So gibt es die Böden etwa in Parkett, Kork, Dielen oder sogar Marmor-Optik. Das Farbspektrum reicht dabei von knalligem Pink bis hin zu edlem Grau. Die Designbeläge sind in verschiedenen Materialien wie PVC, Vinyl, CV oder dem besonders widerstandfähigen Elastomer erhältlich. Die Werkstoffe ermöglichen eine individuelle Gestaltung des Innenraums, kaum unterscheidbar von ihren teilweise realen Vorbildern, den Parkett- oder Steinböden. Die heutige Digitaldrucktechnik ermöglicht hierbei eine Vielfalt an Gestaltungsvarianten, die allesamt authentisch und ästhetisch wirken.

Bei Designbelägen handelt es sich um dünne Kunststoffbeläge, die nur ca. 2 Millimeter dick sind und als Pakete aus einzelnen Fliesen bzw. Planken geliefert werden. Mithilfe von Universalklebstoffen wird der Designbelag verklebt, er kann aber auch mittels Haftfolie angebracht, oder geklickt werden.


Eine Verlegeart mit vielen Vorteilen: Das Verkleben von Designbelägen


Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass das Verkleben eines Designbelags zeitaufwendig ist, viel Schmutz produziert und weniger Flexibilität ermöglicht, da ein schwimmend verlegter Boden sich viel schneller wieder entfernen lässt. Doch die langfristige Bilanz von ordentlich verklebten Böden sieht anders aus.


Nur begrenzte Maßveränderungen:
Bei verklebten Designböden besteht in aller Regel keine Gefahr, dass sich der Belag später noch wölbt, Fugen entstehen, oder die Oberfläche alles in allem schrumpft. Auch die Aufbauhöhe des Designbelags ist beim Verkleben nur sehr gering, weshalb andere bauliche Veränderungen, zum Beispiel an Türrahmen, nicht notwendig sind.


Wärmeleitfähigkeit
Wird der Designbelag mit einer Fußbodenheizung kombiniert, hält die verklebte Variante ebenfalls einen großen Vorteil bereit. Durch den direkten Kontakt mit dem Untergrund erhöht sich der Wärmetransport und die Fußbodenheizung ist um einiges effizienter. So wird auch Verformungen, die durch die Wärmeeinwirkung entstehen könnten, vorgebeugt.

Geringere Empfindlichkeit für statische und dynamische Belastungen
Designbelag ist in den meisten Fällen stuhlrollengeeignet. Doch gerade der verklebte Designboden hält Druckbelastungen sehr viel eher stand, als der schwimmend verlegte Belag. Letzterer lässt aufgrund von millimeterkleinen Zwischenräumen zwischen Untergrund und Belag, schneller Druckstellen entstehen. Auch Türstopper und Möbelelemente lassen sich bei verklebtem Designbelag viel besser mit dem Untergrund verschrauben, als beispielsweise bei geklicktem Bodenbelag.

Akustische Vorteile des Verklebens von Designbelägen
Auch für die Schallreduktion ist verklebter Designboden ideal. Durch eine Verklebung wird eine wiederum schallleitende Luftschicht zwischen Untergrund und Belag verhindert. So ersparen sich Heimwerker und Bauleute den Einsatz bzw. die Verlegung einer Trittschalldämmung. In der Regel verringert ein Verkleben des Designbelags den Trittschall um 12 Dezibel.


Um die Entscheidung für die richtige Verlegeart treffen zu können, sollten allerdings noch einige weitere Dinge beachtet werden. Darunter fallen die technischen Gegebenheiten, die Dauer der Raumnutzung und das Budget. Dies können eventuell Faktoren für eine schwimmende Verlegung des Bodens sein, beispielsweise, wenn ein Designboden beim Auszug wieder mitgenommen werden soll.


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Designbelag verkleben: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung


Für die Verklebung im Nassbett eignen sich elastische Designbeläge, bzw. auch Vinyl-Planken. Die erforderliche Menge an Designbelag wird nach der Quadratmeterzahl berechnet, wobei zusätzlich 10% für Verschnitt erworben werden sollten.


  • 1) Untergrundvorbereitung:
    Der Untergrund muss vor dem Verkleben des Designbelags unbedingt eben, dauertrocken, fest, rissfrei und staubfrei sein. Dazu sollten eventuell vorhandene Klebereste und anderer Schmutz gründlich von ihm entfernt werden. Mit dem Richtscheit wird dann nachkontrolliert, ob der Untergrund eben ist. Wenn Unebenheiten über 2 mm auf zwei Meter bestehen, so muss mit Fließspachtel nachgearbeitet werden.

  • 2) Grundierung für den Fließspachtel:
    Nach der entsprechenden Reinigung des Untergrunds sollte eine Grundierung aufgetragen werden. Sie dient dazu, die Saugfähigkeit des Untergrundes zu reduzieren, Reststaub zu binden und den Auftrag der Spachtelmasse vorzubereiten. Ein ebenmäßiger, rissfreier neuer Untergrund kann entstehen. Dabei eignen sich beispielsweise die Vorstriche von RETOL. Sie werden zunächst aufgeschüttelt und dadurch homogenisiert. Schließlich wird die Grundierung mithilfe einer Schaumstoffwalze gleichmäßig und dünn aufgetragen. Die Trockenzeit hängt hier von der anschließend verwendeten Spachtelmasse sowie von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Daher sollten unbedingt die Herstellerangaben beachtet werden.

  • 3) Auftrag der Spachtelmasse
    Als Nivelliermasse sind zum Beispiel die Spachtelmassen von RETOL geeignet. Nach dem Anrühren mit sauberem Wasser wird die Masse innerhalb von 30 Minuten mit einem Tools Großflächenrakel aufgetragen. Die Schichtdicke darf meist bis zu 20 mm betragen. Mit dem Rakel wird die Masse nach dem Auftragen wiederum entlüftet. Während der Abbindezeit sollten Sonneneinstrahlung und Zugluft möglichst vermieden werden. In der Regel hat der Boden dann nach 24 Stunden die Verlegereife erreicht.

  • 4) Designbelag ausgepackt 24-48 Stunden im entsprechenden Raum lagern:
    Dieser Schritt, der der Akklimatisierung dient, ist besonders wichtig. So wird verhindert, dass der Belag sich im verklebten Zustand temperaturbedingt ausdehnt und so Risse entstehen, die für die Nutzung fatal wären.
    Zusätzlicher Tipp zum Auspacken: Gerade bei Holzoptik o.Ä. sollten die Platten aus den verschiedenen Paketen untereinander gemischt werden, damit sich ein abwechslungsreiches Bild ergibt.

  • 5) Referenzlinie für die ersten Planken-Reihen einzeichnen:
    Für die ersten 2-3 Plankenreihen, sollte eine Orientierungslinie auf dem Untergrund verzeichnet werden. Damit sie exakt parallel zur Wand verläuft, kann sie mit einer Schlagschnur markiert werden.

  • 6) Klebstoff auf den markierten Bereich auftragen:
    Als Klebstoff eignet sich zum Beispiel der faserarmierte RETOL BASE Fusion Fibre Zur Vorbereitung sollte er gut umgerührt werden. Der Klebstoff wird dann mithilfe eines Zahnspachtels (Größe und Typ abhängig vom zu verlegenden Belag) gleichmäßig bis zur Referenzlinie aufgetragen, ohne dass Klebstoffnester entstehen.

  • 7) Einlegezeit einhalten:
    Jeder Klebstoff hat nach dem Auftrag eine bestimmte Zeitspanne, innerhalb derer die Verlegung eines Bodens möglich ist. Hier sollten die Herstellerhinweise genauestens beachtet werden. Nur während der Einlegezeit, die oft ca. 30 Minuten beträgt, kann der Designbelag verklebt werden. Danach bildet der Kleber eine Haut und ist nicht mehr funktionsfähig. Daher sollte Kleber jeweils nur auf so viel Fläche aufgetragen werden, wie erwartbar auch innerhalb der Einlegezeit verlegt werden kann.

  • 8) Verlegen der Design-Platten:
    Entscheidend für diesen Arbeitsschritt ist, dass der Designbelag auf Stoß verklebt wird, nicht auf Spannung. Vor allem in den ersten Reihen ist ein korrektes Vorgehen vonnöten. Je nach gewünschter Optik kann bzw. sollte der Boden im Versatz aufgebracht werden.

Designbeläge

Designbeläge

  • 9) Anreiben oder Platten mit Walze andrücken (abhängig von der Art des Belages):
    Um den Designbelag mit dem Untergrund und Kleber zu verbinden, kann eine Walze eingesetzt werden, mit der vorsichtig und gleichmäßig über den Boden gefahren wird. Andernfalls kann der Belag von Hand angerieben werden. Dies ist vor allem in den Bereichen der Naht sinnvoll und wichtig. Hierbei sollte wiederum auf die Verarbeitungshinweise des Klebers geachtet werden.

  • 10) Letzte Reihe und Abbindezeit:
    Der letzte freie Bereich vor der gegenüberliegenden Wand wird dann in seiner Breite ausgemessen. Entsprechend wird die letzte Reihe des Design-Platten zugeschnitten und aufgeklebt. Für die vollständige Abbinde- bzw. Trocknungszeit des Klebstoffes, sollten wiederum die Herstellerangaben beachtet werden.


Fazit zum Verkleben von Designbelägen


Designbeläge lassen sich mit dem richtigen Vorgehen unkompliziert auch mittels einer Verklebung anbringen. Diese Verlegungsart eignet sich vor allem für langfristige Projekte, die über Jahre hinweg bestehen und ist auch für den Einsatz mit Fußbodenheizungen ideal. So sind die schönen, akustisch angenehmen Designböden vor Verformungen und Rissen gut geschützt und halten möglicherweise weitaus länger als schwimmend verlegte Designbeläge. Vor allem mit dem faserarmierten Klebstoff von RETOL, dem RETOL BASE Fusion Fibre, kann eine zuverlässige und langlebige Haftung erzielt werden.


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