Blatt auf Parkett

Parkett vollflächig verkleben – so geht’s!

In der Parkettleger-Branche ist aktuell eher die schwimmende Verlegung im Trend. Trotzdem zählt das vollflächige Verkleben von Parkett immer noch zu den qualitativ hochwertigsten Varianten, seinen Parkettboden zu verarbeiten. Parkett zu verkleben bietet sich zudem dann an, wenn Trittschall gemindert bzw. ausgeschlossen werden soll.

Das vollflächige Verkleben von Parkett mindert Hohlräume unter dem Parkett und beugt damit den durch Schritte erzeugten Geräuschen vor. Doch wie können auch Heimwerker erfolgreich Parkett vollflächig verkleben und welche Parkettkleber eignen sich dazu?


Die Besonderheiten einer vollflächigen Verklebung von Parkett


Generell ist das vollflächige Verkleben von Parkett eine Aufgabe, die am besten ein professioneller Handwerker bestreiten kann. Das Parkett eigenhändig zu verkleben ist für Verbraucher bzw. Heimwerker nur dann empfehlenswert, wenn es sich um einfach gestaltete Räumlichkeiten handelt und darüber hinaus keine besonders komplizierten Parkettmuster angestrebt werden.

Ein weiterer Punkt, der bei der Entscheidung für das entsprechende Parkett und die Verlegeart bedacht werden sollte ist der Kostenfaktor. Parkettkleber ist vor allem in der Masse teuer und muss noch zusätzlich zu allem anderen Material wie z.B. einem hochwertigen Parkett erworben werden.


Die Auswahl von Parkettkleber und Parkett


Da nicht jeder Kleber für alle Untergründe und Parkettarten geeignet ist, sollten sich Heimwerker, die Parkett vollflächig verkleben wollen, genauestens über die Eigenschaften der verwendeten Kleber informieren.

So sollten sie sich möglichst für emissionsarme bzw. lösemittelfreie Kleber entscheiden, um die Umwelt und sich selbst zu schonen. Die meisten der RETOL- Parkettkleber sind emissionsarm nach EMICODE EC1 bzw. EC1 Plus, wobei die Vergabe dieses Zertifikats auf strengen, regelmäßigen Kontrollen beruht. Für Massivparkett mit 10mm Dicke wären zum Beispiel der BASE Fusion D Plus oder der BASE Fusion 2K PU Plus geeignet (EMICODE EC1, bzw. EC1 Plus), sie kommen aber auch für 2- bis 3-Schicht-Parkett sowie für Hochkantlamellenparkett in Frage.

Generell lohnt sich das Verkleben von Parkett bei massiven und gut renovierbaren Parkettarten am meisten, ist aber auch bei 2- oder 3-Schicht-Fertigparketten möglich. Allerdings sollten sich Nutzer aufgrund der eingeschränkten Renovierbarkeit ein Verkleben dieser Parkettarten gut überlegen. Denn Fertigparkette sind nur 2 bis 3 Mal schleifbar, was die Haltbarkeit des Bodens um eine beträchtliche Anzahl an Jahren reduziert. Entsprechend müsste das Parkett dann gegebenenfalls sehr viel früher ausgetauscht werden, was wiederum mit einem erhöhten Aufwand verbunden ist.


Parkett vollflächig verkleben: welche Verlege-Richtung ist die Richtige?


Ein weiterer Themenbereich, um den sich Bauherren und Heimwerker Gedanken machen müssen ist die Verlegerichtung des Parketts. Dabei kann es, gerade bei einfachen Parkettstäben helfen, vor der Verlegung eine Simulation durchzuführen, um herauszufinden, wie sich die Stäbe in Längs- bzw. Querrichtung im Raum optisch machen. Zur Simulation der Richtungen können Holzlatten verwendet werden, die mit einem Abstand von ca. 20 cm gleichmäßig entsprechend der jeweiligen Richtung in einen Teil des Raums gelegt werden.


Zubehör für das Verlegen von Parkettboden


  • Passender Zahnspachtel
  • Trittschalldämmung (am besten Kork)
  • Entkopplungsvlies
  • Kappsäge
  • Winkel
  • Schlaghölzer
  • Zollstock

  • Bleistift
  • Hammer
  • Wasserwaage
  • Rohrrosetten
  • Sockelleisten
  • Ggf. Abschlusskappen für die Sockel- bzw. Profilleisten


Vorbereitung für das vollflächige Verkleben von Parkett


  • 1) Parkettdielen bzw. Parkettstäbe sollten mindestens 48h vor Verlegung im entsprechenden Raum gelagert werden. Heimwerker müssen dabei beachten, dass während der gesamten Verlegung die für den Parkettkleber richtige Verarbeitungstemperatur herrscht. Meist liegt diese bei 15 bis 25 Grad Celsius.

  • 2) Wie bei den allermeisten Bodenlegerarbeiten muss der Untergrund vor dem vollflächigen Verkleben von Parkett trocken, staub-, riss- und schmutzfrei sein. Insbesondere alte Kleberreste etc. sollten so gründlich wie möglich entfernt werden.

  • 3) Eine Egalisierung des Untergrundes ist nur dann notwendigerweise durchzuführen, wenn die Unebenheiten auf einen Meter die in der DIN EN 18202 vorgegebenen vier Millimeter überschreiten. Wenn dies der Fall sein sollte, kann eine geeignete Spachtelmasse verwendet werden.

  • 4) Bei massiven Parketten sollte eine Unterlage, wie zum Beispiel ein Entkopplungsvlies unter dem Parkett eingebracht werden, das Scherspannungen mindert. Bei dünneren Parkettarten sollte zur weiteren Minderung des Trittschalls eine Korktrittschalldämmung mit dem Untergrund verklebt werden.
  • 5) Die Zahnung des Spachtels ist abhängig von der Untergrundebenheit, Größe der Parkettelemente bzw. Parkettart und des Klebstoffes auszuwählen. Nicht unbedingt die Menge des verwendeten Klebers trägt zum Erfolg bei, sondern vor allem die richtige Auswahl der Zahnung.

  • 6) Eine Grundierung vor dem Auftrag des Klebers ist optional und je nach Art des Untergrundes und der Kleberart zu wählen.

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Die verschiedenen Schritte bei der vollflächigen Verklebung von Parkett

Schritt 1: Zuschneiden einer realistischen Menge von Parkett
Bevor Parkettleger beginnen, den Kleber auf den Untergrund aufzutragen, sollte mithilfe der Kappsäge bereits der Zuschnitt der Parkettstäbe vorbereitet werden. Denn innerhalb der Einlegezeit des Klebers bleibt nicht mehr genügend Spielraum, um noch komplizierte Schnitte vorzunehmen. Zum Zuschnitt gehört auch die eventuell notwendige Entfernung der Nut- und Federseite an den ersten parallel zur Wand verlaufenden Dielen.

Schritt 2: Teilweises Aufbringen des Klebers
Beim Verkleben von Parkett sollten Heimwerker in einer Ecke des Raumes beginnen. Dabei darf jeweils nur so viel Kleber auf den Boden gespachtelt werden, wie sich auch in der entsprechenden Einlegezeit Parkett verlegen lässt. Über die Einlegezeit sollten sich Heimwerker also genauestens informieren. Die entsprechende Fläche lässt sich mit einer Schlagschnur exakt abzeichnen. Bei Parketten ohne Nut-Feder Verbindung sollte unbedingt auf eine vollständige Benetzung mit Klebstoff geachtet werden, da sich ansonsten ggf. Hohlräume unter dem Parkett bilden können.

Schritt 3: Verlegen der ersten Parkettstäbe & Dehnungsfuge
Die Parkettstäbe werden dabei fest in den Boden eingedrückt. Eine Dehnungsfuge von 15 mm an der Wand sollte unbedingt eingehalten werden, da bei Holz kurz- und langfristig Formveränderungen zu erwarten sind. Auch bei anderen festen Eingrenzungen des Parketts, wie z.B. Heizungsrohren, sollte die Dehnungsfuge beachtet werden. Für die Fuge können entsprechende Klötzchen verwendet werden, die zwischen äußerer Parkettreihe und Wand eingesetzt werden und erst nach der Trocknungszeit des Klebers wieder entfernt werden sollten.


Parkett wird verklebt

Parkett mit Korkunterlage wird verklebt

Schritt 4: Flächenmäßiges Verkleben des Parketts
Das Stück, das am Anfang der jeweils nächsten Reihe verklebt wird, muss mindestens 30 cm lang sein. Während es mit dem Verlegen weitergeht können die vorher verlegten Reihen mit Gewichten beschwert werden, damit sie schließlich besser haften. Das Verlegen selbst erfolgt, indem die Stäbe leicht schräg von oben angehalten und dann vorsichtig in das Parkettkleberbett gedrückt werden. Wenn es bei Nut- und Federparkett nicht gleich ineinander passt, kann mit Schlagholz, Gummihammer und etwas Gefühl nachgeholfen werden.

Schritt 5: Die Anpassung von Sonderstellen wie z.B. Heizungsrohren
An Stellen, wo voraussichtlich Löcher für Rohre o.Ä. gebohrt werden müssen, sollte zunächst „trocken“ ohne Klebstoff geprüft werden, ob alles zusammenpasst. Nach einer Markierung des notwendigen Loches auf dem Parkettstab, wird die Stelle im Durchmesser 30 mm breiter als das Heizungsrohr ausgebohrt. Nach Verlegung kann ein V-förmiges Einpassstück aus Parkett wiederum hinter das Rohr gesetzt werden. Bei Fensterausschnitten müssen mit einer Stichsäge die Parkettstäbe exakt zugeschnitten und vorher ebenfalls trocken eingepasst werden.

Schritt 6: Die letzte Parkettreihe
Auch hier muss das Parkett genauestens an die Wand angepasst werden. Sollte es nötig sein, müssen die Parkettstäbe noch auf eine passende Breite zugeschnitten werden, damit sie unter Beachtung der Dehnungsfuge eingepasst werden können.


Tipps und Tricks zum vollflächigen Verkleben von Parkett


Die Ausrichtung des Parketts stets prüfen
Die Ausrichtung der Parkettstäbe sollte während des Verlegeprozesses immer wieder mit einer Richtschnur bzw. Richtlatte überprüft und ggf. mit Gummihammer oder Schlagholz begradigt werden.

Trocknungs- und Aushärtungszeiten einhalten
Je nach verwendetem Kleber kommen unterschiedliche Wartezeiten für die endgültige Raumgestaltung zustande. Erst nach einer vom Hersteller festgelegten Zeit darf der Boden wieder betreten werden, da andernfalls leicht Schäden entstehen können.


Nicht vergessen: Parkett ist und bleibt ein natürlicher Holzfußboden…

Generell ist das Verkleben von Parkett auch für Heimwerker mit etwas Bauerfahrung denkbar, wenn sie sich genauestens über die Erfordernisse von Parkett und Kleber sowie Untergrund klar sind und keine zu komplizierten Verlege-Arten wählen.

Heimwerker, aber auch Bauherren sollten darüber aber nicht vergessen, dass sie von Parkettböden nicht erwarten dürfen, dass er glatt wie ein elastischer Design-Belag daherkommen. Gewisse Unebenheiten (festgelegt in DIN EN 18202) sowie kleinere Hohllagen gehören zu den akzeptablen Mängeln, bzw. schlichtweg auch zu den Eigenschaften eines natürlichen Holzbodens. Hierbei sollten also keine zu hohen und unrealistischen Maßstäbe angesetzt werden, die später für Enttäuschung sorgen.


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