Zeitumstellung

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Plötzlich Sommerzeit – wer hat an der Uhr gedreht?


Bald ist es wieder soweit: Die Uhr wird am letzten Sonntag im März auf die Sommerzeit 2021 umgestellt.
Doch warum überhaupt? Welche Vor- & Nachteile hat die Zeitumstellung? Und welche Auswirkungen hat dieser "Mini-Jetlag" eigentlich auf uns Menschen?
Ein Punkt vorweg: eine Winterzeit gibt es eigentlich gar nicht.
Mit der Umstellung von der Sommerzeit zur Winterzeit kehren wir lediglich zur "Normalzeit" zurück. Gäbe es keine Sommerzeit, würden wir immer die Zeit wie im Winter haben.

Tick Tack, Tick Tack.


Abgeschafft, eingeführt, abgeschafft, eingeführt


Der Erste, der sich über die Zeitumstellung Gedanken machte, war der amerikanische Schriftsteller und Erfinder Benjamin Franklin. Er schlug bereits vor über 200 Jahren vor, dass die Regierung die Einwohner mit den Kirchenglocken immer bei Sonnenaufgang wecken sollte. Damit wollte er im Sommer das Sonnenlicht besser nutzen und im Winter Kerzen sparen.
Zum ersten Mal umgesetzt wurde die Idee der Zeitumstellung vor mehr als 100 Jahren: im Sommer 1916 wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland geteilt und die Staaten bestimmten die Zeitumstellung. So ergab es sich, dass in Ost- und Westdeutschland Sommer- und Winterzeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten begannen.
Aufgrund des Chaos beschloss man 1950 erneut, das Umstellen auszusetzen. 1980 mussten die Uhren in Deutschland schließlich aber doch wieder umgestellt werden, weil fast alle europäischen Staaten beschlossen hatten, durch das Umstellen Energie zu sparen. Mittlerweile weiß man, dass die Zeitumstellung nicht sehr viel am Energieverbrauch verändert. Zwar spart man elektrisches Licht, weil es abends länger hell ist, aber morgens zum Beispiel oft noch kalt, wodurch Heizenergie verbraucht wird.


Eselsbrücken


Jedes Jahr auf's Neue sind Menschen unsicher, ob die Uhr nun vor oder doch zurückgestellt wird.
Mit diesen Merksätzen gehört das ab jetzt der Vergangenheit an:


Eselsbrücke

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Immer zum Sommer hin
Im Herbst entfernen wir uns (eine Stunde) von ihm und im Frühling kommen wir ihm (wieder eine Stunde) näher.

Die Balkon-Regel
Im Frühjahr stellen wir die Möbel vor die Tür und im Herbst holen wir sie wieder herein.

Der Thermometer-Trick
Die Zeitumstellung orientiert sich an den Außentemperaturen, im Frühjahr wandern wir zu "Plus", im Winter zu "Minus".


Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper?


Das Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchte an 55.000 Menschen zusammen mit Chronobiologe Till Roenneberg die gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung auf den menschlichen Körper.
Überraschend stark bewirkte der Mini-Jetlag Effekte auf das Herz-Kreislauf-System. Das Herzinfarktrisiko in den ersten 3 Tagen nach der Zeitumstellung stieg besonders im Frühling rapide an.

Unser Körper passt unsere sogenannte "Innere Uhr" automatisch an den Tag-Nacht-Rhythmus an und orientiert sich hierbei an den Reizen der Umwelt.
Außerdem sind unter anderem der Blutdruck, die Temperatur des Körpers, die Pulsfrequenz und auch die Verdauung an den Tagesrhythmus gekoppelt und werden durch die Zeitumstellung beeinflusst. Müdigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen treten vermehrt auf.


(Kuriose) Fakten zur Zeitumstellung


Zeitumstellung geht Kühen auf den Wecker

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Zeitumstellung vs. Freitag, der 13.
Der Auto Club Europa (ACE) beobachtete bis zu 30% mehr Unfälle in der Woche nach der Zeitumstellung. Das ist auf den gestörten Biorythmus, aber auch auf das Aufkommen von Wildtieren zum Berufsverkehr, zurückzuführen. Die Tiere folgen ihrer inneren Uhr und nicht unseren Regeln.
Das macht diese Woche statistisch gesehen - für Mensch und Tier - gefährlicher als Freitag, der 13.


Die Zeitumstellung geht den Kühen auf den Wecker
Kühe sind hochsensibel und reagieren daher merkbar auf unsere Zeitumstellung. Sie sind feste Melkzeiten gewöhnt. Werden diese nicht eingehalten, dauert es oft bis zu 7 Tage, ehe sie wieder die volle Menge Milch produzieren und sich an die "neue" Zeit angepasst haben.

Auch der Südpol tickt anders
Man sollte annehmen, dass eine Zeitumstellung an der Antarktis keinen Sinn macht. Leider falsch gedacht, auch hier wird die Uhr umgestellt. Um nämlich die Forschungsstationen an die jeweilige Ortszeit des betreibenden Landes anzupassen.